Erbschaftssteuer: Nachfolge jetzt handeln

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftssteuer ist wieder völlig offen, ob das Gesetz zur „Erleichterung der Unternehmens-Nachfolge“ wie geplant umgesetzt wird.

Vermögen muss künftig einheitlich bewertet werden

Die Erbschaftssteuer in ihrer heutigen Form ist verfassungswidrig. In Zukunft muss für alle Vermögenswerte eine einheitliche Bewertung zum Verkehrswert stattfinden.

Dieser jüngst veröffentlichte Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (Az.: 1BvL 10/02) kam nicht unerwartet. Überraschend an der Entscheidung der obersten Richter waren eher die Details.

Schonungsregeln sind weiterhin erlaubt

So erlaubt das Urteil, dass einige Vermögensarten – beispielsweise Immobilien – bei der Besteuerung der Erbschaft besser gestellt werden. Voraussetzung ist nur, dass die Begünstigung dem „Gemeinwohl“ zugute kommt und dass die Förderung „zielgenau“ ist.

Der Staat darf also wider Erwarten Betriebe und Häuser auch künftig niedriger besteuern als andere Vermögensarten. Die Frage ist nur: Will er es auch? Insbesondere die SPD will das Urteil nutzen und Immobilien-Erben in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Nur selbstgenutztes Wohneigentum soll verschont bleiben.

Immobilien schnell übertragen

Für Eigentümer größerer Immobilien-Bestände wird es deshalb Zeit, möglichst noch in diesem Jahr die Übergabe durchzuführen. Zwar hat der Gesetzgeber bis Ende 2008 Zeit, das Urteil der Karlsruher Richter umzusetzen. Doch aller Voraussicht nach wird die Regierung diesen Zeitrahmen nicht ausschöpfen. Schließlich spielt eine höhere Erbschaftssteuer Geld in die leeren Staatskassen.

Voraussetzung für die schnelle Übergabe ist natürlich, dass die vorweggenommene Erbfolge in ein schlüssiges Nachfolge-Konzept eingebettet ist. Allein aus steuerlichen Motiven sollte keine Nachfolge durchgeführt werden.

Quelle: Mittelstanddirect.de