Regionale und branchenspezifische Engpässe

Für insgesamt rund 135.000 Unternehmen wird nach Schätzungen des Institut für Mittelstandsforschung in den kommenden fünf Jahren ein Nachfolger gesucht, weil die Eigentümer aufgrund von Alter, Krankheit oder Tod aus der Geschäftsführung ausscheiden.

Durchschnittlich 400.000 Beschäftigte jährlich betroffen

Insgesamt entfallen auf Westdeutschland 84,0 Prozent sowie auf Ostdeutschland einschließlich Berlin 16,0 Prozent der anstehenden Übergaben. Gemessen an den jeweiligen Anteilen an der Gesamtwirtschaft werden dabei Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Handels in stärkerem Maße als die im Dienstleistungssektor vor der Übergabe stehen. Vorrangig suchen Unternehmer ihren Nachfolger in der eigenen Familie (54 Prozent), wie eine Analyse erfolgter Übergaben gezeigt hat. Eine unternehmensexterne Lösung wird zu 29 Prozent in Erwägung gezogen, die Übergabe an einen Mitarbeiter zu 17 Prozent.

 Nachfolge früh thematisieren

Scheitert die Nachfolgesuche, fehlen in der Regel die ökonomischen Grundvoraussetzungen: „Ein Übernehmer lässt sich nur dann finden, wenn das Unternehmen gute Zukunftsaussichten besitzt und den Renditeerwartungen des Interessenten entspricht. Vor allem in Kleinstunternehmen sind diese Grundanforderungen jedoch häufig nicht gegeben“, so Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn. Sie empfiehlt den Familienunternehmern, sich frühzeitig mit der eigenen Nachfolge zu beschäftigen – und diese konsequent anzugehen. Anderenfalls riskieren sie elementare Folgen sowohl für die eigene Familie als auch für die Mitarbeiter und die Region, in der das Unternehmen angesiedelt ist.